Panzer General

Firma:
SSI
Jahr:
1994
Systeme:
PC (DOS) / PC (SVGA)
Genre:
Strategie
Tags:
Brettspiel / Historisch / Multiplayer / Krieg
Sprache:
Englisch
Mittlere Wertung:
5/5

Meinung damals

Hier haben wir also mal ein Strategical, das nicht zuletzt durch den in weiten Grenzen variablen Schwierigkeitsgrad sowohl dem blutigen Anfänger als auch dem altgedienten Veteranen monatelangen Spielspaß garantiert – und damit siegt Panzer General auf ganzer Linie.

Michael Schnelle, PC Joker 1/95 

Erst war ich etwas skeptisch der Thematik wegen, doch dann haben mich komfortable Bedienung und taktische Tiefe von Panzer General schnell überzeugt. […] Einziger Wermutstropfen ist der mißratene Zwei-Spieler-Modus – die Programmierer haben von Nullmodem und Netzwerk wohl noch nicht viel gehört.

Jörg Langer, PC Player 2/95 

Bislang stand das Mega Drive Kult-Modul Advanced Military Commander bei meiner persönlichen Hitliste der besten Strategiespiele auf dem ersten Platz. Jetzt wurde das – immerhin schon sechs Jahre alte Programm – von SSIs Panzer General der Königskrone beraubt. […] Solltet Ihr zu Weihnachten nur ein einziges Strategiespiel auf Eurem Wunschzettel vermerkt haben, gehört Panzer General auf alle Fälle an die erste Stelle.

Michael Hengst, Power Play 12/94 

Archivierte Berichte

Bericht von Tapuak (09.02.2001) – PC (DOS)

Ein Klassiker der Rundenstrategie, dessen Konzept als Grundlage für eine lange Serie diente. Dabei blieb das Original jedoch unerreicht.

Die Umsetzung des Zweiten Weltkrieges als Hintergrund eines Computerspiels ist sicherlich fragwürdig, doch ich werde mich damit in diesem Test nicht auseinandersetzen. Kommen wir zum Spielgeschehen: Der Spieler übernimmt als hochrangiger General entweder die Kontrolle über die Truppen der „Achsenmächte“ oder der Alliierten. Es sind einzelne Szenarien und ganze Kampagnen wählbar, die zum Großteil auf realistischen Schlachten basieren.

Das Spielfeld ist in sechseckige Felder aufgeteilt. Der Spieler erhält eine bestimmte Anzahl von Einheiten gestellt, die jeweils ein Feld belegen, wobei jedoch zwischen dem Boden und dem Luftraum differenziert wird. Die Aufgabe in jedem Szenario ist es, in einer festgelegten Rundenzahl verschiedene Städte einzunehmen bzw. zu verteidigen. Um dieses zu erreichen, ist der geschickte Einsatz der eigenen Einheiten nötig. Diese unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und Wirkungsbereichen gewaltig; ihre Gemeinsamkeit liegt in der Fähigkeit, sich jeweils einmal pro Runde zu bewegen und anzugreifen (oder andersherum), aber sogar hier gibt es Ausnahmen.

Diese Vielfalt ist eine Stärke des Spiels, die sich an verschiedenen Faktoren bemerkbar macht. So verfügt zum Beispiel jedes Land über eigene Einheiten mit charakteristischen Stärken und Schwächen. Sogar die technische Entwicklung wurde exakt mit einbezogen: Laufend kommen neue Kampfgeräte hinzu und alte werden ausgemustert. Darüber hinaus gibt es die Kategorien von Einheiten wie z.B. Panzer, Infanterie, Artillerie, Bomber, Luftabwehr etc., in denen jeweils verschiedene Modelle mit wiederum einer Vielzahl an verschieden Fähigkeiten aufgelistet sind. Das mag sich unübersichtlich anhören, aber man bekommt schnell heraus, was für welchen Zweck zu gebrauchen ist.

Die Kämpfe gestalten sich folgendermaßen: Eine Einheit besitzt im unbeschädigten Zustand normalerweise 10 „Energiepunkte“. Vor einem Angriff können die voraussichtlichen Verluste für jede Seite eingesehen werden. Greift man dann tatsächlich an oder wird selber angegriffen, werden die Verluste für jede Seite berechnet, wobei neben den Einheitentypen und der Umgebung, in der gekämpft wird (Stadt, Land usw.), natürlich auch ein gewisses Maß an Zufall eine Rolle spielt, was einzelne Kämpfe nur bis zu einem gewissen Grad kalkulierbar macht. Es kommt äußerst selten vor, dass man eine gegnerische Einheit in einem einzigen Kampf zerstören kann. Stattdessen ist ein geschicktes Zusammenspiel der eigenen Truppen gefragt.

Auf dem Schlachtfeld ist mehr als stumpfes Einfallen in die feindlichen Linien nötig. Zusätzlich zum Zeitdruck machen einem ungeeignetes Terrain wie Gebirge oder Flüsse sowie einstellbare Faktoren wie das Wetter und Benzinknappheit zu schaffen. Gleichzeitig muss der Spieler mit seinem Finanzen haushalten, die bei Panzer General in Form von „Prestige“ berechnet werden. Dieses erhält man größtenteils durch das Erobern von Städten, speziell der Missionsziele. Dieses „Prestige“ kann zum Kauf neuer, oder der Reparatur alter Einheiten ausgegeben werden.

Eine überlegte Verwendung der Finanzen spielt vor allem im interessantesten Spielmodus, den Kampagnen, eine gewichtige Rolle, denn hier muss der Spieler sich selbst eine schlagkräftige Armee aufbauen und während des Krieges erweitern. Hierbei wird er manchmal von zusätzlichen Truppen unterstützt. In den Kampagnen ist ein weiterer wichtiger Punkt die Erfahrung einer Einheit, die, solange sie überlebt, langsam anwächst und sich in der Stärke sehr deutlich niederschlägt. Hier muss der „General“ abwägen, ob er z. B. bei der Reparatur die billige Variante wählt oder auf teureren Elite-Nachschub zurückgreift, bei dem die Erfahrung erhalten bleibt. Das gleiche gilt für das Aufrüsten zwischen den einzelnen Schlachten, bei dem man eigene Einheiten zu neueren Modellen verbessern lassen kann, ohne dass die Erfahrung verloren geht.

Die Kampagnen sind nicht von Anfang an fest vorbestimmt, sondern ihr Verlauf hängt von den eigenen Erfolgen bzw. Misserfolgen ab. Dabei wird in drei Stufen unterschieden: Sehr schnelles Erfüllen der Mission („Major Victory“), Erreichen der Ziele kurz vor Ablauf des Rundenlimits(„Minor Victory“) sowie der totale Misserfolg. Je nach dem Ausgang des vorherigen Szenarios wird dem Spieler die nächste Aufgabe zugeteilt – natürlich entfernt sich das Spiel hier oft von der historischen Wirklichkeit.

Panzer General überzeugt besonders durch ein ausgefeiltes Einheiten- und Kampfsystem, recht großen Spielumfang, sowie spannende Kampagnen. Auch der Computergegner ist in den höheren Schwierigkeitsgraden ein durchaus ernstzunehmender Gegenspieler. Abgerundet wird alles durch einen Zwei-Spieler-Modus (an einem Computer), eine sehr detaillierte Grafik und weitreichende Optionsvielfalt.

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